Ankäufe und Schenkungen

Im folgenden werden ausgewählte Ankäufe und Schenkungen aus den Jahren 2001 und 2002 näher beschrieben.

2001 - 2002

2002

Von den Neuerwerbungen des Rautenstrauch-Joest-Museums aus dem Jahr 2002 sollen hier zwei Werke, das eine aus Burma, das andere aus Indien, etwas eingehender vorgestellt werden.

Fußabdruck Buddhas

Dank einer großzügigen Spende der Kölner Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln konnte das Museum einen "Fußabdruck Buddhas" (Sanskrit: Buddhapada) erwerben. Die monumentale, eineinhalb Meter hohe lotosblattförmige Steinplatte aus dem Burma des 18.-19. Jahrhunderts zeigt in flachem Relief diesen Abdruck des linken Buddha-Fußes, der von zwei Schlangen, Nagas, verehrt wird. Die Fußkontur ist ausgefüllt mit 108 Emblemen, die das buddhistische Weltbild versinnbildlichen. Mit dieser Fußspur hat Buddha, der "Erleuchtete", den Gläubigen nicht nur die schlichte Form einer Fußsohle hinterlassen, sondern einen wichtigen Teil seiner Lehre, die er mit seinem Fuß dem Boden symbolische eingeprägt hat.

Im indisch beeinflußten Kulturraum ist die Spur oder der Abdruck von Buddhas Fuß seit alter Zeit ein wichtiges Symbol. Es entstand zu einer Zeit, als man Buddha noch nicht bildlich darstellte. In seiner Fußspur bleibt Buddha den Gläubigen wie in einer Reliquie gegenwärtig, während er ansonsten in den Zustand des Nirwana, in das "Erlöschen" eingegangen ist, in dem er nicht mehr angerufen werden kann. Noch heute wird der Fußabdruck Buddhas in den Ländern des südlichen Buddhismus von den Gläubigen verehrt. Dazu zählt auch Burma (Myanmar). Ein monumentales Beispiel eines Fußabdrucks wie der des Rautenstrauch-Joest-Museums war sicher in einem eigenen Schrein in einem Tempel aufgestellt. Auch in der häuslichen Religiosität spielt der Fußabdruck Buddhas eine Rolle. So sagen beispielsweise burmesische Kinder vor dem Schlafengehen ein Gebet zu Buddhas Fußabdruck auf.

Die Einzelformen des Fußes sind abstrahiert, mit gleich langen Zehen, deren Dicker Zeh, und damit auch der rechte bzw. wie in diesem Fall der linke Fuß, deutlich gekennzeichnet ist. Charakteristisch für den Abdruck der Fußsohle sind die 108 glückbringenden Embleme, die rasterförmig angeordnet sind. Sie versinnbildlichen buddhistische Vorstellungen über den Kosmos, dessen blütenförmige - nicht geometrische - Mitte von hierarchisch geordneten Himmeln umgeben ist. Die Himmel, die durch kleine Pavillons repräsentiert werden, sind als Durchgangsstadien für den Gläubigen zu verstehen. Zum buddhistischen Weltbild gehören ferner die Sieben Gebirge und Sieben Ozeane, die Vier Kontinente, die Sonne und der Mond, halbgöttliche, menschliche, tierische Wesen und dazu Pflanzen. Die Fußspur Buddhas wird umrahmt und verehrt von zwei Nagas, Schlangen, die als Naturgottheiten angesehen werden und im Dunkeln der Erde leben.

Der monumentale Fußabdruck ist ein Schlüsselstück für die in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannte Sammlung buddhistischer Kunst im Rautenstrauch-Joest-Museum. Er ist in den Arkaden des Museums direkt neben dem Haupteingang - wie in einem Schaufenster - ausgestellt und kann so von jedem Vorübergehenden en passant besichtigt werden.

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Bild aus Rajasthan (Indien)

Eine noch heute lebendige hinduistische Bänkelsänger-Tradition repräsentiert ein großes, plakatives Bild aus Rajasthan. Gemalt ist es mit schwarzen Umrißlinien und den vorherrschenden Farben Rot und Gelb auf einem grundierten Baumwollstoff. Die Ballade von Pabuji wird mit Musikbegleitung und illustriert durch solche Rollbilder auf den Märkten stundenlang von Bänkelsängern, das sind in diesem Falle nichtbrahmanische Priester (bhopo) vorgetragen. Pabuji-Pad ("Bänkelsänger-Tableau") sind gewöhnlich sogar bis etwa 6 Meter lang und etwa 1,50 Meter hoch. Alte Exemplare existieren kaum noch. Ist ein pad durch langen Gebrauch verschlissen, wird es von den bhopo im Pushkar-See, einem berühmten Pilgerziel Rajasthans, rituell versenkt. Da das RJM-Beispiel dieses Schicksal nicht erleiden mußte und auch keine Benutzungsspuren aufweist, ist es kultisch nicht verwendet worden.

Dr. Hans Wolfgang Schumann, Königswinter, erwarb das Pabuji-Pad ("Bänkelsänger-Tableau") im Jahr 1967 in Delhi, 2002 schenkte er es dem Museum.

In der Mitte des Bildes sitzt Pabuji am Hof von Kolu in einem Pavillon. Er ist als Rajputenkrieger mit Schild und Dolch sowie einer Lanze, die vor ihm aufgepflanzt ist, erkennbar. Vor ihm - rechts im Bild - sieht man seine vier Helfer, mit denen er gewöhnlich dargestellt wird. Der vergöttlichte Pabuji gilt als Inkarnation von Lakshmana, einem der Helden aus dem Ramayana-Epos. Der historische Pabuji soll Anfang des 14. Jahrhunderts gelebt haben und war wegen seiner Tapferkeit berühmt. In dieser Simultandarstellung verschiedenzeitiger Episoden ist Pabuji auf dem Bild mehrfach zu sehen. Dreimal erscheint er auf seiner schwarzen Wunderstute Kesar Kalami, unter anderem links zusammen mit den Kamelen bzw. Dromedaren, die Pabuji dem Dämonenkönig Ravana in Lanka geraubt hat. Der zweigeschossige Palast rechts unten zeigt die Hochzeit Pabujis mit der Tochter des Königs von Umarkot (Sindh). Seine schließlich verlassene Braut sitzt auf einer Schaukel und hält einen Papagei, der als Liebessymbol gilt.

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Masken

In Sri Lanka wurden zur Heilung eines Kranken nächtelange, prächtige und kostspielige Tanzrituale veranstaltet, bei denen - zur Austreibung der Krankheitsdämonen - Sanni- (Dämonen-) Masken getragen wurden, wie sie das Museum - ebenfalls aus Königswinter - zum Geschenk erhielt. Diese Sammlung umfaßt vierzehn alte Sanni-Masken.

Sie wurden von Dr. Hans Wolfgang Schumann während seiner diplomatischen Stationierung in Colombo in den Jahren 1979-83 zusammen mit seinem Sohn Harald Kim Schumann in der Gegend um Ambalangoda gesammelt. Als "Harald Kim Schumann-Schenkung" sind diese Masken nun mit dem großen alten Bestand ceylonesischer Masken des Rautenstrauch-Joest-Museums zusammengeführt, den sie vorzüglich ergänzen.

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Palmblattmanuskripte

Die Sammlung südasiatische Schriftkultur wurde durch zwei Palmblattmanuskripte bereichert: das eine stammt aus Pagan in Burma und ist ein Geschenk von Frau Gisela Flemme, Köln, das zweite, welches aus Sri Lanka kommt, schenkte Frau Christine Geis, Köln, dem Museum.

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Schattenspielfiguren

Für die Indonesien-Abteilung wurde auf Zentral-Java ein 250 Figuren umfassendes Schattenspielfiguren-Set, wayang kulit, eines Schattenschauspielers, dalang, käuflich erworben, welches dieser bis vor wenigen Jahren noch selbst bei nächtlichen Aufführungen benutzt hat. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorbesitzer wurde ein ausführliche Bild-/Textdokumentation jeder einzelnen Figur und ihres Einsatzes im Rahmen verschiedener Spieltraditionen erstellt. Das komplette wayang kulit-Set soll im Rahmen der Eröffnungsausstellung des geplanten neuen Rautenstrauch-Joest-Museums am Josef-Haubrich-Hof im Kontext der Präsentation des historischen Gamelan-Instrumentenensembles inszeniert werden. Des weiteren konnten zwei komplette traditionelle Tanzkostüme auf Zentral-Java erworben werden. Es handelt sich um die jeweils etwa zwanzig Einzelteile umfassenden Männerkostüme von Cakil und Ajuna - Figuren aus dem großen indischen Epos Mahabharata, die im Hoftanztheater speziell des zentraljavanischen Sultanspaläste bis heute lebendig sind. Die Kostüme wurden in der Schneiderei des Sultanhofes von Yogyakarta hergestellt.

Als Geschenk erhielt das Rautenstrauch-Joest-Museum eine 24 Stücke umfassende Maskensammlung aus Java und Bali sowie einen Miniaturtempel von der Insel Bali.

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Textilien

Die Textil-Abteilung erhielt im Berichtsjahr drei alte Textilien aus Borneo von Herrn H. Amann, Köln, geschenkt.

Herausragend dabei ist ein Zeremonialtuch, ein sogenanntes pua sungkit, das noch im 19. Jahrhundert von den Iban Dayak zur Umhüllung von Trophäen bei der Kopfjagd verwendet wurde. Es zeichnet sich durch eine besondere Verzierungstechnik mit eingearbeiteten Musterschüssen aus, welche das Ornament auf beiden Seiten fast gleich erscheinen läßt.

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Tapa

Die Südsee-Sammlung ist im Jahr 2002 durch die Schenkung eines gut erhaltenen Rindenbaststoffes (Tapa, 420 x 175 cm) aus Tonga bereichert worden.

Das Stück wurde von Herrn Siegfried Rhode aus Meerbusch gestiftet. Dieses gemusterte Tapa stammt aus dem Umfeld des Königshauses von Tonga und wurde als Ehrengabe überreicht.

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Bildteppich

Abschließend verdient noch der große schöne Keshan-Bildteppich Erwähnung, den Frau Freia Arnoldt, Köln, dem Museum zur Bereicherung der Islamischen Sammlung schenkte.

Er ist auch ein Zeugnis für rheinischen großbürgerlichen Lebensstil um 1900: ihre Eltern Alfred Mannesmann (1859-1944) und Elisabeth Mannesmann geb. von Mosengeil (1881-1961) hatten diesen Teppich 1904 auf ihrer Hochzeitsreise in Konstantinopel erworben.

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2001

2001 feierte das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde seinen hundertsten Geburtstag. Nicht zuletzt aus diesem festlichen Anlaß verzeichnet das Museum für die Sammlungen seiner verschiedenen Abteilungen reichen Zuwachs.

Konvolut mit indonesichen Textilien

An erster Stelle sei hier die Textilabteilung genannt. Sie erhielt ein Konvolut mit hundert indonesischen Textilien von dem Sammlerehepaar Dr. Gabi und Johann Borwin Lüth aus Hannover geschenkt.

Dis besteht aus Sarongs, Schulter- und Hüfttücher sowie Teilen der Kopfjägertracht von den Inseln Alor, Flores, Roti und Timor, die die Sammler auf Reisen in diese Gebieten erwarben: neben alten, hochwertigen Zeremonialtextilen sind es auch rezente Stücke. Darunter befinden sich einige reizvolle Beispiele für die Übernahmen westlicher Kulturelemente in die Textilornamentik der Insel Timor. Da treten beispielsweise Dumbo, der Elefant, mit seinen tierischen Gefährten aus dem Comic strip als eingewebte Darstellungen in einem Sarong auf. Das umfangreiche Lüth-Konvolut bildet eine wichtige Ergänzung des indonesischen Textilbestandes des Museums.

Eine Bereicherung bildet auch das Zeremonialtuch, ein so genanntes tampan, von der Insel Sumatra, das Frau Ellen Doetsch schenkte.

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Festmantel

Aus der Studiensammlung Timmermann wurde dem Museum ein ungewöhnlich reich verzierter Festmantel aus Usbekistan übereignet.

Jeder Quadratzentimeter dieses Gewandes ist mit Seidenstickereien, Spiegelscheibchen und Ikatstoffstreifen bedeckt und bietet so einen Querschnitt der textilen Techniken und Ornamente dieser Region.

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Mittelalterliche indische Baumwolltextilien

Die Textilabteilung erlebte im Dezember einen weiteren Höhepunkt. Das Sammlerehepaar Dr. Lüth errichtete für das Museum zwei Stiftungen mit neunundfünfzig mittelalterlichen indischen Baumwolltextilien, die als Exportware für Indonesien hergestellt wurden.

Sie sind Zeugnisse eines jahrhundertealten Handels, der indische Stoffe gegen Gewürze, Hölzer und Mineralien aus dem Osten eintauschte. Als verehrte Gegenstände wurden sie über Jahrhunderte in Clans und Familien auf vielen indonesischen Inseln vererbt und gelangten erst in den letzten Jahren in den internationalen Kunsthandel. Dort sind sie mittlerweile hochgeschätzt.

Es handelt sich um bedruckte und/oder bemalte Stoffe, deren Muster durch Beizenfärbung oder Reservierung mit Wachs oder Kleister erzielt wurden. An neun dieser Textilien wurden in Oxford Altersbestimmungen (C-14 Datierungen) durchgeführt. Dabei stellte sich bei einem Textil ein Herstellungsdatum um 1350 heraus. Drei weitere stammen aus dem 16. Jahrhundert, vier aus dem 17. und eines aus dem 18. Jahrhundert.

Ziel der Stiftung ist die Bewahrung dieses besonderen Fundus sowie dessen wissenschaftliche Untersuchung, die der Bedeutung und Funktion von Textilien im maritimen Raum Südostasiens nachgehen soll. Indische Textilmuster haben indonesische Textilmuster stark beeinflußt und besitzen noch heute eine große Bedeutung bei Ritual- oder Prestigeobjekten. Das Forschungsprojekt soll ethnologische und kunsthistorische Fragestellungen verknüpfen. Da das Rautenstrauch-Joest-Museum über eine herausragende und umfangreiche Sammlung indonesischer Textilien (850 Stück) verfügt, ist wertvolles Vergleichsmaterial vor Ort vorhanden.

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Architekturelemente aus Indien

Die Orient-Stiftung ermöglichte den Ankauf einer bedeutenden Sammlung von indischen Architekturelementen.

Die fünf reich geschnitzten Türen stammen von Schreinen und wohlhabenden Häusern in Rajasthan, Orissa, und der Basta Region in Madhya Pradesh. Die ornamentale und insbesondere figurale Gestaltung dieser fünf Türen, die von höfischer Moghul-Tradition bis zu Stammeskulturen reicht, gibt einen Einblick in die vielfältig verschiedenen und doch gleichzeitigen Lebenswelten dieser indischen Regionen. Die Reliefs einer der Türen schildert Szenen aus dem Ramayana-Epos, das seit dem 16. Jahrhundert erneut zu einem religiösen Volksbuch wurde. Sie berichten von dem für Indien noch heute idealen Paar, von Rama, dem Königssohn, in dem sich Vishnu inkarniert hat, und seiner Frau Sita, die auf die Insel Lanka entführt wird, schließlich aber mit Hilfe des mächtigen Affenkönigs Hanuman aus den Klauen des Dämon Ravana befreit wird. Eine andere Tür zeigt eine Szene aus den Krishna-Legende: Als Krishna, der volkstümliche Hirtengott und gleichzeitig die achte Inkarnation Vishnus, zum Jüngling herangewachsen war, neckte er gerne die schönen Hirtenmädchen. Einmal, als sie gerade badeten, versteckte er sich - und ihre Kleider - in einem Baumwipfel und gab sie nicht eher zurück, bis sie nicht so vor ihm erschienen, wie Gott sie erschaffen hatte. Das Entzücken war beiderseits.

Die Türen bilden eine Bereicherung des Rautenstrauch-Joest-Museums, besonders im Hinblick auf den Neubau, denn sie lassen sich als eindrucksvolles Ensemble aber auch einzeln in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen ausstellen. Ergänzt wird diese architektonische Gruppe durch einen großen dreiteiligen Rahmen mit erhöhten Mittelteil, in dem die vierarmige Lakshmi, die Gemahlin Vishnus und Göttin des Reichtums und Glücks, thront und dabei von zwei königlichen Elefanten (Gaja) gebadet wird. Diese Form der Göttin als Gaja-Lakshmi zeigt auch den Aspekt der Elefantenverehrung, die letztlich auf den Animismus zurückgeht. Die Rahmung diente einstmals als funktionales Fenster eines Schreines, in dem einerseits die Göttin mit ihren Begleiterinnen den Gläubigen vor dem Tempel erschienen, das andererseits auch durch die durchbrochen gearbeitete Rückwand Licht in das Innere des Tempelraums einfallen ließ. Dieses Architekturteil stammt aus Orissa und entstand etwa im 18. Jahrhundert.

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Begleitfigur einer jainistischen Gottheit

Vom Gewände eines westindischen Tempels aus dem stammt die Begleitfigur einer jainistischen Gottheit 11. Jahrhundert. Der Dargestellte hält einen zeremoniellen Fliegenwedel. Seine Kleidung besteht, wie bei einer Nymphe, aus Perlenketten und reichem Geschmeide, dazu reicht eine Girlande von den Schultern bis zu den Knien. An seinen Ohren trägt er große Ringe.

Dieses Stück wurde dem Museum von Herr Heinz Krantz aus Friedrichshafen geschenkt.

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Schieferrelief

Die Erbengemeinschaft von Frau Brigitte Schröder, der Witwe des Bundesaußenministers Gerhard Schröder, und vertreten durch Frau Christina Manig, Bonn, schenkte dem Museum das Fragment eines Schieferreliefs aus Gandhara, Pakistan, aus dem 2./3. Jahrhundert n. Chr.

Der stehende Buddha mit Mandorla gehörte zu einer narrativen Szene und schmückte die Sockelzone eines Stupas. Das Fragment wurde in Swat gefunden und Gerhard Schröder 1965 vom pakistanischen Außenminister Zulfikar Ali Bhutto überreicht.

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Repoussé-Relief in Gold

Die buddhistischen Bestände des Museums erfuhren eine besondere Bereicherung durch die Schenkung von Frau Marianne Langen, Meerbusch. Sie gab dem Museum ein kleines, sehr kostbares und außergewöhnlich feines repoussé-Relief in Gold, das Buddha zeigt, der auf einer Lotosblüte steht. Dahinter sieht man eine Thronrückwand, gerahmt von einer Flammenmandorla. Seine Hände hält er in der Geste des "Drehens des Rades der Lehre", dharmachakra-mudra. Diese Handhaltung symbolisiert die erste Predigt Buddhas nach seiner Erleuchtung.

Reste der rötlichen Sandelholzpaste, mit der die Reliefplatte beidseitig eingerieben war, sind erhalten.

Das Relief stammt aus dem Pyu-Reich in Burma, 7.- 9. Jahrhundert, oder dem späteren Reich von Pagan, 11.-13. Jahrhundert. Möglicherweise war es als Votivgabe in einem Stupa eingemauert.

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Bronzekopf einer Buddhastatue

Auch den Bronzekopf einer Buddhastatue aus dem Ayutthaya-Reich, 14.-15. Jahrhundert, in Thailand, verdankt das Museum Frau Langen.

Der jugendlich wirkende Kopf, dessen Pupillen in einem anderen Material eingelegt waren, ist durch seine besonderen "Schönheitsmerkmale", die überlangen Ohren, die schneckenförmigen Haarlöckchen und den Schädelauswuchs mit Flamme, gekennzeichnet. Er gehörte gehörte zu einer überlebensgroßen sitzenden oder stehenden Statue.

Als drittes Geschenk übergab Frau Langen dem Museum zwei südindische reich geschnitzte Streben des 19. Jahrhunderts. Die beiden Wangen einer Portalbekrönung sind beidseitig martialisch geschmückt mit Reitern auf Pferden oder Fabelwesen und mit Elefanten. Bei den Kaufmannsfamilien in Chettinadi in Tamil Nadu bildete das verzierte Hausportal ein wichtiges Statussymbol. Der Reichtum jener Familien gründete sich auf Handlungsniederlassungen in Burma, Malaysia und Indonesien.

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Ozeanien:

Die Neuerwerbungen der Ozeanien-Abteilung und viele der Afrika-Abteilung verdankt das Museum den Schenkungen von Frau Brigitte und Dr. Arend Oetker. Das Sammlerehepaar übergab dem Museum für die Ozeanien-Abteilung drei Objekte, die aus dem Sepikgebiet Neuguineas stammen. Neben einer Schlitztrommel und einem tönernen Herd in Form einer gewaltigen Tonschale zur Aufnahme des Herdfeuers, trägt besonders ein großer, skulptierter Männerhauspfosten zur Bereicherung der Sammlung bei. Derartige Pfosten stützen die Dachkonstruktion des Gebäudes, das für die Männer eines Sepik-Dorfes den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und religiösen Lebens bildet.

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Afrika:

Herausragend unter den Geschenken von Herrn Dr. Arend und Frau Brigitte Oetker für die Afrika-Abteilung ist das Maskenkostüm der Dan aus Liberia bzw. Côte d'Ivoire, das Mitte des 20. Jahrhunderts entstand.

Das Maskenkostüm besteht aus einer hölzerner Maske mit Metallapplikationen und einem mit Federn benähtem Stoffgewand. Es gehört zu den wenigen in europäischen Sammlungen befindlichen vollständigen Beispielen. Masken dieses Typs treten bei den Dan zur Unterhaltung auf und werden von Trommeln, Glocken und Gesang begleitet. Nicht nur ihre Erscheinung, auch ihre Bewegungen ahmen Vögel nach, die herum flattern und Nahrung aufpicken. Möglicherweise erinnern die Masken an Turkan, der den Dan in mythischer Vorzeit den Ölbaum gebachte haben soll, der heute eine wichtige Nutzpflanze ist. Ebenfalls von den Dan stammt ein großer, hölzerner Löffel, der in zwei menschlichen Beinen endet. Dieser wurde bei Festen und Empfängen von einer Wunkirle, einer "gastfreundlichen Frau", als Statussymbol getragen.

Dazu schenkten Herr Dr. Arend und Frau Brigitte Oetker eine alte, hölzerne Gelede Maske von den Yoruba in Nigeria, die einen menschlichen Kopf darstellt.

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Miniaturmaske der Lega

Eine weitere afrikanische Maske, eine Miniaturmaske der Lega, aus der Republik Kongo, schenkte Frau Eva Ohlow, Köln.

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Gelbgußmaske aus Ghana

Von Herrn Heinz Krantz aus Friedrichhafen stammt die Gelbgußmaske aus Kete-Kratschi im heutigen Ghana, ehemals Teil von Togo. Diese wurde von dem namentlich bekannten Künstler Ali Amonikoyi gefertigt.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde der in Kete-Kratschi ansässige Yoruba Ali Amonikoyi für seine Gelbgußmasken bekannt, die stilistisch auf die hölzernen Gelede-Masken der Yoruba in Nigeria und der Republik Benin zurückzuführen sind.

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Lederschurze

Ein weitere Bereicherung der Sammlung der Afrika-Abteilung ist die Schenkung von fünf südafrikanischen perlenbesetzten Lederschurzen von Herrn Erwin Holzschuh

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Kriegsgöttin Neith

Die kleine Altägypten-Sammlung des Museums erhielt durch Frau Christina Thierichens, Münster, die kleine Bronze-Statue der Kriegsgöttin Neith zum Geschenk, die unter der 26. Dynastie im 1. Jahrtausend v.Chr. entstand.

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Briefumschlag (von Dr. Ulrich Wiesner)

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