Foto der Nukuorfigur
Götterfigur.
Nukuor Atoll, Mikronesien, vor 1830.
Holz des Brotfruchtbaums.
Höhe: 51 cm; Breite:14,4 cm.

Die Sammlung

Der Naturwissenschaftler und Weltreisende Wilhelm Joest (1852-1897) hinterließ seiner Schwester Adele seine Ethnografica-Sammlung von etwa 3.500 Objekten, die diese 1899 der Stadt Köln stiftete.

Seit der Eröffnung im Jahre 1906 wuchs die Sammlung in den ersten 25 Jahren mit etwa 30.000 Objekten bereits auf die Hälfte des heutigen Bestandes. Zu Beginn hinterließ Georg Küppers-Loosen dem Museum seine umfangreiche Fotosammlung, Eduard Baron von der Heydt stiftete in den fünfziger Jahren wertvolle indische Skulpturen, Oswin Köhler Objekte aus dem südlichen Afrika. In den sechziger Jahren überließen Peter und Irene Ludwig dem Museum vor allem altamerikanische Kunst, Hans Wilhelm Siegel in den achtziger und neunziger Jahren eine hochkarätige Thai- und Khmersammlung. Das regionale Spektrum des Museums wurde durch die Sammlung hervorragender Zeugnisse islamischer Kunst und Kultur des Barons Max von Oppenheim erweitert. Paul und Ellen Doetsch-Amberger stifteten Konvolute aus Alt-Ägypten und Afrika. In jüngster Zeit schenkten Borwin und Gaby Lüth dem Haus eine herausragende Sammlung indonesischer Objekte mit Schwerpunkt Textilien.

Zum 100-jährigen Geburtstag 2001 erhielt das Rautenstrauch-Joest-Museum Objekte im Wert von über 150.000 Ź , darunter eine grazile Bronzestatue der Kriegsgöttin Neith (Ägypten), ein eindrucksvolles Maskenkostüm der Dan (Elfenbeinküste), eine Bronzemaske des bekannten Künstlers Ali Amonikoyi (Togo), einen reich beschnitzten Männerhauspfosten (Neuguinea), ein Festgewand (Usbekistan), eine hochkarätige Sammlung Textilien (Indien) sowie ein elegantes Goldrelief mit einer Buddhadarstellung (Burma).

Wir laden Sie ein zu einem kleinen Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen der Sammlung.

Afrika - Ägypten - Vorderer Orient - Khmer und Thai - Indonesien - Ozeanien - Altamerika - Nordamerika
Keramik - Musikinstrumente - Textilien - Ceylon-Masken - Historische Fotografie

Foto eines Figurenpaares der Mbole
Zaire: Figurenpaar der Mbole, bemaltes Holz, Höhe: 78 cm / 75 cm.

Afrika

Die beiden wirkungsmächtigen Figuren dienten der Erziehung der Knaben bei der Schulung in Geschichte und Religion, die der Aufnahme in den lilwa nkoi vorausgeht, den Geheimbund der Mbole. Da die Figuren Verbrecher darstellen, die zum Tode durch den Strang verurteilt und hingerichtet wurden, sind sie nicht als Stand-, sondern als Hängefiguren gearbeitet. Bei den Einweihungsriten wurden sie den Kandidaten als eindringliche Warnung vor Augen geführt, wie es ihnen ergehen würde, wenn sie die Geheimnisse des Bundes nicht für sich bewahrten.

Ein Schwerpunkt der etwa 13.000 Objekte umfassenden Afrika-Abteilung bilden Skulpturen, Masken und Ritualgegenstände, die in den Riten der geheimen Männerbünde, im Kult und bei der Wahrsagerei in West- und Zentralafrika verwendet wurden. Entsprechend den Sammlungsinteressen der frühen Kolonialzeit überwiegen die Waffen. 1966 erwarb das Museum die Skulpturensammlung des Düsseldorfer Malers Klaus CLausmeyer und erfuhr damit einen Zuwachs um 550 Objekte.

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Ägypten

Die Verstorbene, eine Musikantin des Amun-Re, steht betend vor ReHarachte und Osiris. Die beiden Götter sind mumiengestaltig mit Falkenkopf und Sonnenscheiben beziehungsweise Atefkrone und Götterbart dargestellt. Eine Sonnenscheibe breitet ihre dreifach gegliederten Schwingen über das Geschehen. Die sechszeilige Inschrift nennt hauptsächlich die Namen der Eltern der Verstorbenen, enthält Opferformeln und einen Hymnus.

Die mit einer Stuckauflage auf Holz gearbeitete Stele gehört zu einer Schenkung von 338 Ägyptica der Kölner Ägyptologin Ellen Doetsch-Amberger, die sie 1987 und 1992 dem Museum übergab, zusammen mit einem selbst erarbeiteten zweibändigen Katalog.

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Foto einer Kanne aus dem Osmanischen Reich
Osmanisches Reich: Kanne, ibrik, 17. Jh., Emille, feuervergoldet, Höhe: 27 cm.

Vorderer Orient

Die feuervergoldete, elegant geformte Kanne gehörte wohl ursprünglich zu einer Waschgarnitur; dazu gehörten noch ein Sieb mit Ständer und ein transportables Abwasserbecken. Der Begriff tombak bezeichnete sowohl die Kanne selber, als auch die bereits in Byzanz nachgewiesene Feuervergoldung. Dieses handwerkliche Verfahren wurde so meisterhaft beherrscht, dass feuervergoldete Werke mit einem Stempel als "tombak" gekennzeichnet wurden, um sie von Stücken aus massivem Gold unterscheiden zu können.

Max von Oppenheim (1860 - 1946) erwarb diese Kanne um 1900 im Orient. Der Forscher und Diplomat verbrachte viele Jahre seines Lebens in Kairo und Konstantinopel und richtete sein Haus im orientalischen Stil ein. Sein Nachlaß mit rund 1.500 Objekten wird seit 1992 im Rautenstrauch-Joest-Museum betreut.

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Khmer und Thai

Die Hände des im Gebet versunkenen Mönches sind in der Geste der Verehrung erhoben. Wie es sich für seinen Stand geziemt, trägt er drei Kleidungsstücke: Untergewand und Obergewand werden in der Taille durch einen Gürtel gehalten, das Schultertuch liegt elegant gefaltet auf der linken Schulter. Die Skulptur wurde im Stil von Sukothai geschaffen, einem Königreich in der nördlichen Zentralebene des heutigen Thailand.

Die Bronzefigur ist eines der wichtigen Werke der Südostasien gewidmeten Schausammlung. Die Skulptur gehört zur Sammlung von H. W. Siegel, die die Stadt Köln 1987 für das Museum erwarb. Neben der Skulptur bildet die Keramik einen Schwerpunkt der Schausammlung südostasiatischer Kunst und Kultur, der einzigen öffentlich zugänglichen ihrer Art in der Bundesrepubik Deutschland.

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Foto eines Leti-Altars
Ahnenfigur: Leti, Süd-Molukken, Indonesien, um 1900.
Holz, Höhe: 103 cm, Breite: 68,5 cm.

Indonesien

Die eindrucksvolle weibliche Figur ist Teil eines reich verzierten Altars für das Ahnenopfer. Sie stellt die Stammutter der Sippe Halupnu aus dem Dorf Luhuleli-Pari dar, Nachfahrin der göttlichen Urmutter, die der Verbindung des Himmelsgottes mit der Erdgöttin entsprang. Die Haltung der Figur und der florale Dekor versinnbildlichen die Idee des Weltenbaums, ein in ganz Indonesien weit verbreitetes Symbol für die Einheit und Harmonie des Kosmos.

Das Kunstwerk stammt aus der über 1.500 Objekte umfassenden ethnografischen Sammlung des Forschers Wilhelm Müller-Wismar, die dieser in den Jahren 1912-1914 auf den Molukken zusammentrug. Weitere Schwerpunkte der Altindonesien-Sammlung mit über 10.000 Ethnigrafica sind Alltags- und Zeremonialobjekte, Architekturteile sowie Schmuck und Textilien zahlreicher Völker des Archipels. Ein reich verzierter Reisspeicher der SaŽdan Toraja aus Sulawesi ist ein weiterer Glanzpunkt.

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Ozeanien

Myriaden winziger Federchen von zwei Vogelarten, die auf Grund der hemmungslosen Jagd seit langem ausgestorben sind, bilden das Material für diesen kostbaren Herrscherumhang. Die roten und gelben Federn wurden büschelweise dachziegelartig in die Knoten eines engmaschigen Netzwerkes aus Pflanzenfasern eingebunden. Der vermutlich Kamehameha II., einen der letzten Könige von Hawaii, angefertigte Federmantel gelangte 1824 nach England und fand in den fünfziger Jahren seinen Weg ins Museum.

Der hawaiianische Federmantel ist eines der wertvollsten und seltensten Objekte des Rautenstrauch-Joest-Museums. Er zählt zu den Glanzstücken der Polynesien-Sammlung, die rund 1.000 Objekte von 22 Inselgruppen umfasst. Mit dem zum größten Teil vorzüglich dokumentierten und dadurch besonders wertvollen Bestand verbinden sich so klangvolle Namen wie Karl von den Steinen, der um die Jahrhundertwende auf den Marquesas-Inseln forschte und sammelte. Die Ozeanien-Sammlung bildet mit 20.000 Objekten die größte Abteilung des Hauses und gehört zu den gewichtigen Kollektionen dieser Art in Deutschland. Neben Australien sind alle drei großen Kulturregionen der Südsee gut vertreten: Melanesien, Polynesien und Mikronesien. Der Grundstock des Bestandes, die Santa-Cruz-Sammlung, geht zurück auf die Sammlertätigkeit von Wilhelm Joest.

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Foto der Stele 35
Herrscherportrait, Stele 35 (Fragment):
Piedras Negras, El Petén, Guatemala, Spätklassik.
Kalkstein, Höhe: 1,35 m, Breite: 1,0 m.
Dauerleihgabe aus dem Museum Ludwig.

Altamerika

Die Stele 35 stand auf dem Tempelplatz in einer Reihe mit sechs weiteren Monumenten der gleichen Art, deren Hieroglyphen Ereignisse aus den Biographien der Herrscher von Piedras Negras beschreiben. Alle Stelen wurden vom zweiten Herrscher errichtet, der am 12. April 639 n.Chr. im Alter von dreizehn Jahren den Thron bestieg. Als die Stele am 20. August 662 n.Chr. errichtet wurde, befand er sich also im 35. Lebensjahr und offenbar auf dem Höhepunkt seiner Macht. Auf der Stele ist er seinem Alter entsprechend und ausgestattet mit allen Attributen eines erfolgreichen Herrschers wiedergegeben.

In der im wesentlichen in den sechziger Jahren entstandenen Altamerika-Sammlung von Peter und Irene Ludwig ist die Stele 35 eines der wichtigsten Stücke. Die weit über 200 hochkarätige Objekte umfassende Sammlung schenkte das Sammler-Ehepaar am 21. Oktober 1983 der Stadt Köln anlässlich der Grundsteinlegung des Museums Ludwig. Kein anderes Museum konnte in der Nachkriegszeit einen so bedeutenden mäzenatischen Zuwachs dieser Art aus Privatbesitz verzeichnen.

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Nordamerika

Der Kopfaufsatz stellt wahrscheinlich ein mythisches Vogelwesen oder ein Familienwappen dar. Da unter den indianischen Ethnien der Nordwestküste ein reger Austausch von Masken und Schnitzstilen stattfand, ist es unmöglich, Ikonographie oder genaue Herkunft zu ermitteln, wenn diese Angaben beim Erwerb fehlten. Sicher ist, dass mit dem Kopfaufsatz bei den berühmten Maskenaufführungen der Nordwestküste getanzt wurde. Durchbohrungen weisen auf einen einst vorhandenen Behang aus Stoff oder Zedernbast hin, der den Tänzer verbarg.

Innerhalb der Nordamerika-Sammlung bildet der Bestand der Nordwestküste das geschlossenste Konvolut. Es wurde im wesentlichen von den Brüdern Adrian und Filipp Jacobson im Jahre 1885 gesammelt und über den Hamburger Ethnographica-Händler Umlauff im Jahre 1906 für das Museum erworben. Mit rund 1.000 Inventarnummern ist die Nordamerika-Sammlung insgesamt relativ klein. Der weitaus größte Teil stammt aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg und enthält einige Glanzstücke wie beispielsweise eine prachtvolle Bisonrobe der Pawnee. In letzter Zeit hat das Museum gezielt Objekte zur Ergänzung der vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebten Schausammlung erworben, vornehmlich von heute lebenden indianischen Künstlern.

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Foto eines Leuchters aus Mexiko
Mexico: Leuchter, Metepec, Anfang der 1960er Jahre. Ton, bemalt; Höhe: 68 cm, Breite: 52 cm.

Keramik

Zu der 689 Stücke umfassenden Sammlung Dörner, die der mexikanischen Volkskunst gewidmet ist, gehört der mit großer Phantasie gestaltete Leuchter. In seiner Mitte trägt er ein Haus und auf seinen Zweigen eine Fülle von Tieren und Blüten und verbindet so in typisch mexikanisch synkretistischer Manier das Motiv des Lebensbaums mit dem der Arche Noah. Vor dem Brennen werden die Figuren mit starrem Draht an der Konstruktion befestigt. Nach dem Brennvorgang erfolgt gewöhnlich eine weiße Grundierung und anschließend eine Bemalung mit leuchtenden Acrylfarben. Für Arbeiten wie diese ist das Töpferzentrum Metepec im Tal von Toluca berühmt.

Die Sammlungen des Rautenstrauch-Joest-Museums enthalten umfangreiche Konvolute an Keramikgegenständen, quer durch die Epochen, aus vielen Regionen der Welt und in unterschiedlichsten Techniken hergestellt. Für den an Herstellungsverfahren und Geschichte der Keramik Interessierten bieten sie ausgezeichnetes Anschauungsmaterial.

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Musikinstrumente

Der Typ dieser Laute wurde bereits für das 10. Jahrhundert in Persien nachgewiesen. Ihre Form diente wahrscheinlich als Vorbild für die europäische Laute. In die Decke des halbbirnenförmigen, tiefgewölbten Korpus, an dessen Stirnseite der Hals befestigt ist, sind in kunstvoller Schnitzarbeit drei Schallöcher eingearbeitet. Ins Auge fallen insbesondere der funkelnde Perlmutt-Besatz und die Intarsienarbeiten des Griffbretts. Das - im Sitzen ähnlich wie ein Gitarre zu haltende - Instrument wird zur Liedbegleitung ebenso gebraucht, wie als Teil eines Ensembles.

Das Instrument gehört zur Sammlung Oppenheim und ist ein schönes Beispiel für die im Museum vorhandenen rund 1.100 Musikinstrumente verschiedenster Gattungen aus aller Welt.

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Foto eines Gewandes
Afghanistan: Schutzgewand, 1874.
Baumwolle und Seide, Länge: 104 cm,
Breite: 204 cm.

Textilien

Das feingestickte Gewand ist ein herausragendes Beispiel der im Islam gebräuchlichen Talisman-Textilien. Mit kalligraphischer Präzision sind in eleganten Farben Koranverse, Gebete und Anrufungen in Plattstich mit Seidenfäden auf Ärmel, Brust, Rücken und Halsausschnitt gestickt. Der Brustdekor ist zusätzlich durch die Darstellung eines mihrab, einer Gebetsnische, hervorgehoben. Solche Gewänder wurden unmittelbar auf der Haut getragen und sollten vor allem vor Unheil - Krankheit, Feinden oder bösen Mächten - schützen. Laut Inschrift wurde das Gewand 1874 für Mehjedin Abdul Kadir angefertigt, der dem Sufi-Orden nahe stand.

Die Schwerpunkte der rund 2.000 Stücke zählenden Sammlung außereuropäischer Textilien liegen in Afrika, Indonesien, in den islamischen Ländern des Vorderen Orients und in Altamerika. Entsprechend der historischen und künstlerischen Schlüsselstellung von Textilien in außereuropäischen Kulturen hat sich die wissenschaftliche Arbeit des Hauses in den letzten Jahren verstärkt den Textilien zugewandt.

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Ceylon-Masken

Die kunstvoll geschnitzte und mehrfach lackierte Maske stellt einen Dämon dar, der jedoch nicht als bösartig gilt, sondern vielmehr wegen seiner verdienstvollen Taten in der Gesellschaft der Götter willkommen geheißen wird. Die Menschen wenden sich an ihn, damit er Neid, Mißgunst und üble Nachrede von ihnen abwende. Gara yakka-Masken treten am Ende jeder kolam-Aufführung und bei verschiedenen anderen Zeremonien auf, vor allem bei Heilritualen. Kolam ist ein Korpus von Theaterstücken, in denen soziale, historische und religiöse Elemente zu einer dramatischen Handlung verwoben sind. Die Spiele wurden ursprünglich nur einmal im Jahr anläßlich des singhalesischen Neujahrsfestes in mehreren aufeinander folgenden Nächten aufgeführt. Außerhalb der Spielzeit erfüllen im Haus aufgehängte kolam-Masken eine Schutzfunktion.

Der - sowohl in wissenschaftlicher wie künstlerischer Hinsicht bedeutsame - Kölner Ceylon-Masken-Bestand stellt trotz der Verluste durch Kriegswirren und Hochwasserkatastrophen mit heute 275 Objekten die umfassendste Sammlung in Deutschland und nach Stockholm die wichtigste in Europa dar. Fast der gesamte Bestand wurde 1906 von Julius Rautenstrauch bei dem Hamburger Ethnographica-Händler Umlauff für das Rautenstrauch-Joest-Museum erworben; die Masken wurden aller Wahrscheinlichkeit nach im Rahmen der Hagenbeckschen Völkerschauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingesetzt.

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Historisches Foto von Thomas Andrew
Thomas Andrew: Samoanische Mädchen mit Fächern, 1893.
Albumindruck auf Karton,
Höhe: 19,4 cm;
Breite: 13,2 cm.

Historische Fotografie

Die Studiofotografie entstand in der kleinen Hafenstadt Apia auf der Insel Upolo in West-Samoa, wo Ende des 19. Jahrhunderts drei kommerzielle Fotostudios existierten. Die von dort in alle Welt verschickten Porträt-, Landschafts- und Dokumentaraufnahmen spiegelten die im Westen feststehenden Stereotypen von den paradiesischen Südseeinseln und ihren exotischen Bewohnern.

Das historische ethnografische Fotoarchiv des Museums verwahrt etwa 25.000 Fotografien vornehmlich aus Afrika, Ozeanien und Asien, die zu einem großen Teil auf eine Schenkung aus dem Nachlass des Kölner Bürgers Georg Küppers-Loosen im Jahr 1911 zurückgehen. Die fotografischen Zeugnisse der Vergangenheit stellen eine bedeutende historische Quellengattung bei der Erforschung außereuropäischer Kulturen dar und reflektieren auch immer unsere eigenen zeitbedingten Vorstellungen und Erwartungen.

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