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Erzählen und Erinnern – Wüsten und Savannen in den Köpfen ihrer Bewohner
Menschen haben verschiedene Sichtweisen auf ein und dieselbe Landschaft. Sie nehmen Landschaften auf unterschiedliche Weise wahr und belegen sie mit unterschiedlichen Erinnerungen und Ideologien. Grundlegend zeugen viele Sprachen von einer intensiven intellektuellen Auseinandersetzung mit einer Landschaft. So differenzieren Wüstenbevölkerungen Charakteristika von Flussläufen überaus genau, während Bewohner von Flusslandschaften eine Unzahl von Begriffen für Flussufer haben. Aber auch die geistige Kultur einer Gemeinschaft ist grundlegend durch den Bezug auf konkrete Landschaften geprägt: Während für eine Gruppe ein Netzwerk von Ahnengräbern eine Landschaft grundlegend strukturiert, sind für eine andere Gruppe Kriegsschauplätze bedeutsam. Immer aber werden Landschaften mit Erzählungen verbunden, die Identität stiften. Die enge Verbundenheit von Kultur und Landschaft spiegelt sich Sprache, bildlichen Darstellungen, Erinnerungen und Ritualen wider.
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