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Erzählen und Erinnern – Wüsten und Savannen in den Köpfen ihrer Bewohner

Menschen haben verschiedene Sichtweisen auf ein und dieselbe Landschaft. Sie nehmen Landschaften auf unterschiedliche Weise wahr und belegen sie mit unterschiedlichen Erinnerungen und Ideologien. Grundlegend zeugen viele Sprachen von einer intensiven intellektuellen Auseinandersetzung mit einer Landschaft. So differenzieren Wüstenbevölkerungen Charakteristika von Flussläufen überaus genau, während Bewohner von Flusslandschaften eine Unzahl von Begriffen für Flussufer haben. Aber auch die geistige Kultur einer Gemeinschaft ist grundlegend durch den Bezug auf konkrete Landschaften geprägt: Während für eine Gruppe ein Netzwerk von Ahnengräbern eine Landschaft grundlegend strukturiert, sind für eine andere Gruppe Kriegsschauplätze bedeutsam. Immer aber werden Landschaften mit Erzählungen verbunden, die Identität stiften. Die enge Verbundenheit von Kultur und Landschaft spiegelt sich Sprache, bildlichen Darstellungen, Erinnerungen und Ritualen wider.

<b>Ennedi Bergland im Tschad</b><br>© Sonderforschungsbereich 389 (ACACIA), Universität zu Köln.

<b>Felsbilder im Ennedi (Tschad)</b><br>© Sonderforschungsbereich 389 (ACACIA), Universität zu Köln.

<b>Felsbilder (Rinderdarstellung)</b><br>Die Felsbilder des Ennedi-Berglandes im Tschad wurden vor Jahrtausenden nicht als Abbild der Realität geschaffen, sondern als Idealbilder. Vor allem jedoch malte man auch Haustiere, jede Epoche hat ihr besonderes Tier und jedes sahen die Menschen auf eigene Weise.<br>© Sonderforschungsbereich 389 (ACACIA), Universität zu Köln.

<b>Omatako Berge</b><br>Der Reisende auf der Straße von Otjiwarongo nach Okahandja kann zu seiner Rechten die eindrucksvollen Omatako Berge nicht übersehen. Der Name bedeutet im Herero ‚Pobacken‘.<br>© Denise Roch, Freiberg.

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